Als ich neulich in Brüssel um 22:30 Uhr in einem Drogeriemarkt einkaufen wollte war dort leider die Türe verschlossen.
Ich wollte aber unbedingt Papiertaschentücher haben. Also ging ich an die Öffentlichkeit und jammerte rum, wie schlecht die Menschen in dieser Stadt mich behandeln würden.
Einer sagte: "Da hätten Sie sich nach den Öffnungszeiten erkundigen müssen!" Kein Verständnis für Ausländer, diese Menschen dort.
Ich sprach gegenüber der Presse von einem unglaublichen Vorgang. „Ich frage mich, was dieser Drogeriemarkt eigentlich will? Will er die deutsche Öffentlichkeit aus dem Verkaufs-Prozess ausschließen?“
Ich forderte eine Veröffentlichung der Öffnungszeiten direkt bei der Einreise nach Belgien.
Ein belgischer Oppositionspoli-Ticker kam mir zur verbalen Hilfe: "Der Drogeriemarkt sollte seine Haltung überdenken und sich nicht auf irgendwelche formelle Begründungen zurückziehen."
Es wäre doch gelacht, wenn ich nicht noch das bekomme, was ich will. Spielregeln gelten für mich nicht, solange "hochrangige" Einheimische mir reflexhaft unter die Arme greifen ...
Dass ich belgische sprechen und belgisch lesen kann und dass ich ein Telefon habe, um mich zu erkundigen, wann was wie läuft ... habe ich natürlich niemandem erzählt. Herumnöhlen war immer schon meine Stärke. Wetten, dass ich meinen Willen bekomme?
http://www.ksta.de/politik/nsu-prozess-grosse-empoerung-um-platzvergabe,15187246,22219328.html
